Netzentgelte 2027: Strom- und Gasnetzentgelte steigen moderat

Die Netzentgelte 2027 entwickeln sich anders als zunächst erwartet. Während erste Prognosen noch auf leicht sinkende Stromnetzentgelte hindeuteten, zeigen aktuelle Auswertungen moderate Kostensteigerungen. Auch die Gasnetzentgelte steigen weiter an, allerdings weniger stark als in den Vorjahren. Für Unternehmen lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Auswirkungen auf ihre Energiekosten.

Aktuelle Prognosen zeigen steigende Kosten

Netzentgelte sind ein wesentlicher Bestandteil der Strom- und Gaspreise. Sie decken die Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Ausbau der Energienetze ab.

Laut einer aktuellen Auswertung des Energiedaten-Dienstleisters ene’t wurden zum 22. Oktober 2026 bereits 724 Stromnetzbetreiber und 632 Gasnetzbetreiber erfasst. Die vorläufigen Daten decken damit 99,92 Prozent des Stromnetzgebiets und 99,32 Prozent des Gasnetzgebiets ab.

Die Ergebnisse zeigen: Die Gasnetzentgelte 2027 steigen in den untersuchten Musterfällen um 2,28 bis 2,67 Prozent. Bei den Stromnetzentgelten liegen die Steigerungen je nach Verbrauchsgruppe zwischen 0,31 und 3,08 Prozent. Besonders größere Gewerbekunden müssen mit höheren Kosten rechnen.

Da es sich um vorläufige Netzentgelte handelt, können sich die endgültigen Werte noch verändern.

Warum schwächt sich der Kostenanstieg ab?

Nach deutlichen Erhöhungen in den vergangenen Jahren steigen die Gasnetzentgelte 2027 voraussichtlich moderater. Ein möglicher Grund ist die regulatorische Festlegung KANU 2.0 der Bundesnetzagentur.

Diese ermöglicht Gasnetzbetreibern verkürzte Abschreibungszeiträume, um auf die künftig rückläufige Nutzung der Gasinfrastruktur zu reagieren. 2026 nutzen bereits 89 Prozent der Gasnetzbetreiber diese Möglichkeit. Die dadurch vorgezogenen Kosten könnten erklären, warum sich der Anstieg inzwischen abschwächt.

Die aktuelle ene’t-Auswertung vom 22. Oktober 2026 zeigt folgende jährliche Netzkosten:

Quelle: https://www.enet.eu/erfassungsstand-netzentgelte

Für einen Gewerbekunden mit fünf Millionen kWh Jahresverbrauch bedeutet dies beispielsweise Mehrkosten von 1.760,53 Euro. Zusätzlich steigen die vorgelagerten Fernleitungsnetzentgelte 2027 um 3,5 Prozent.

Leichter Anstieg trotz höherer Übertragungskosten

Auch die Stromnetzentgelte 2027 steigen nach aktuellen Prognosen leicht an. Gleichzeitig erhöhen sich die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte von 2,86 auf 3,54 Cent pro Kilowattstunde. Gründe sind unter anderem hohe Investitionen in die Netzinfrastruktur und geringere staatliche Zuschüsse.

Wie stark sich diese Entwicklung auf die Verteilnetzentgelte auswirkt, hängt unter anderem vom jeweiligen Netzbetreiber und den regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

Die ene’t-Auswertung vom 22. Oktober 2026 zeigt folgende Veränderungen:

Quelle: https://www.enet.eu/erfassungsstand-netzentgelte

Besonders größere Unternehmen sind betroffen: Bei einem Jahresverbrauch von 400.000 kWh und einer Leistung von 150 kW steigen die Netzkosten um 672,73 Euro. Neben dem Verbrauch beeinflussen auch die maximale Leistungsinanspruchnahme und die Spannungsebene die Kosten.

Regionale Unterschiede bei den Netzentgelten 2027

Die Netzentgelte 2027 unterscheiden sich je nach Netzgebiet teilweise deutlich.

Westnetz kündigte Anfang Oktober eine Senkung der Stromnetzentgelte um rund acht Prozent an. Bei Netze BW sollten die Kosten für Haushalte um etwa vier Prozent zurückgehen.

Ein Grund dafür ist die bundesweite Verteilung bestimmter Mehrkosten durch die Integration erneuerbarer Energien.

Im Gasbereich erwartete Westnetz stabile Entgelte für Haushaltskunden, während Netze BW einen durchschnittlichen Anstieg von rund sieben Prozent prognostizierte.

Die Beispiele verdeutlichen, dass bundesweite Durchschnittswerte nur eine Orientierung bieten. Entscheidend sind die Netzentgelte des jeweiligen Netzbetreibers.

Was bedeuten die Netzentgelte 2027 für Unternehmen?

Für Unternehmen sind die Netzentgelte 2027 ein wichtiger Faktor bei der Energiekostenplanung. Besonders energieintensive Betriebe sollten ihre Kostenentwicklung frühzeitig prüfen.

Dabei sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • Regionale Netzentgelte prüfen: Die Kosten hängen vom zuständigen Netzbetreiber ab.
  • Verbrauchs- und Lastprofile analysieren: Auch Leistungsspitzen können die Netzkosten beeinflussen.
  • Energiebudgets anpassen: Prognostizierte Veränderungen sollten frühzeitig eingeplant werden.
  • Energiekosten optimieren: Lastmanagement und effiziente Energienutzung können Einsparpotenziale bieten.

 

Neben den aktuellen Kostenentwicklungen sollten Unternehmen auch die geplante Reform der Netzentgelte im Blick behalten. Diese könnte die Berechnung der Netzkosten künftig grundlegend verändern und neue Anforderungen an das Lastmanagement stellen. Welche Änderungen geplant sind und wie sich Unternehmen darauf vorbereiten können, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag dazu.

 

Netzentgelte 2027 müssen individuell betrachtet werden

Die aktuellen Prognosen zeigen überwiegend moderate Kostensteigerungen. Während die Gasnetzentgelte in den untersuchten Musterfällen um 2,28 bis 2,67 Prozent steigen, erhöhen sich die Stromnetzentgelte um 0,31 bis 3,08 Prozent.

Besonders für größere Unternehmen können daraus spürbare Mehrkosten entstehen. Regionale Unterschiede machen eine individuelle Betrachtung zusätzlich notwendig.

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