Rückkehr zu russischem Gas: Bundesregierung erteilt endgültige Absage

Die Bundesregierung hat eine klare Position zur Rückkehr zu russischem Gas formuliert. Deutschland werde weder kurzfristig noch langfristig zu russischem Gas und Öl zurückkehren. Diese Aussage wurde auf der Konferenz „Energiesicherheit – Lehren aus der Ukraine“ im Auswärtigen Amt getroffen. Damit wird die Debatte um eine mögliche Rückkehr zu russischem Gas nach dem Ende des Ukraine-Krieges deutlich beendet, zumindest aus Sicht der Bundesregierung.

Keine Rückkehr zu russischem Gas – klare politische Linie

Stefan Rouenhoff von der CDU, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, stellte unmissverständlich klar: Deutschland werde nicht zu russischem Gas und Öl zurückkehren. „Nicht jetzt und nicht in Zukunft“. Mit dieser Aussage wird eine erneute Nutzung russischer Energieimporte politisch klar ausgeschlossen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass Deutschland seit August 2022 kein direktes Pipeline-Gas aus Russland mehr bezieht. Die Zeiten, in denen mehr als die Hälfte der deutschen Gasimporte aus Russland kamen, seien endgültig vorbei.

Energiesicherheit im Mittelpunkt der neuen Strategie

Im Mittelpunkt der neuen Energiepolitik steht die Energiesicherheit. Die Bundesregierung sieht die Energieversorgung inzwischen als Teil der nationalen Sicherheit. Die Entscheidung gegen eine erneute Abhängigkeit von russischen Energieimporten wird dabei mit der veränderten geopolitischen Lage begründet. Die Energieinfrastruktur sei durch den Krieg in der Ukraine selbst zum strategischen Angriffsziel geworden.

Statt einer Rückkehr zu russischem Gas setzt Deutschland auf mehrere Säulen der Versorgungssicherheit:

  • Ausbau von LNG-Importkapazitäten
  • Dezentralisierung der Energieversorgung
  • Erneuerbare Energien
  • Batteriespeicher
  • Insel- und Notbetriebsfähigkeit von Netzen
  • Netzbildende Wechselrichter

Damit soll verhindert werden, dass eine Abhängigkeit wie früher im Bereich russisches Gas erneut entsteht.

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Ukraine als Vorbild für Energie-Resilienz

Im Rahmen der Konferenz wurde auch die Ukraine als Beispiel genannt. Trotz anhaltender Angriffe auf die Energieinfrastruktur gelingt es dem Land, sein Energiesystem teilweise stabil zu halten. Deutschland will aus diesen Erfahrungen lernen, um eine erneute Abhängigkeit, insbesondere eine Rückkehr zu russischem Gas, dauerhaft zu vermeiden.

EU-Importe und offene Fragen

Gleichzeitig bleibt ein Punkt in der Diskussion bestehen: Laut Studien fließt weiterhin russisches Flüssigerdgas (LNG) über andere EU-Staaten indirekt auch nach Deutschland. Die EU plant jedoch, ihre LNG-Importe aus Russland bis Ende 2026 vollständig zu beenden. Auch dieser Schritt würde eine mögliche indirekte Rückkehr zu russischem Gas weiter ausschließen.

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