Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland ist im Januar deutlich gesunken und liegt klar unter dem Niveau des Vorjahres. Trotz klirrender Kälte und teilweise sehr leerer Speicher sehen Experten aktuell jedoch keine akute Gasmangellage. Entscheidend ist vor allem der bisher milde Winter sowie die weiterhin stabilen Importmengen.
Gasspeicher Füllstand in Deutschland deutlich niedriger als im Vorjahr
Am 8. Januar lag der Gasspeicher Füllstand in Deutschland laut der Transparenzplattform AGSI bei durchschnittlich 51,80 Prozent. Das sind rund 23 Prozentpunkte weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders auffällig sind einzelne Speicherstandorte mit sehr niedrigen Füllständen. Der größte deutsche Gasspeicher im niedersächsischen Rehden war nur noch zu rund 13 Prozent gefüllt, die bayerischen Speicher Inzenham-West bei Rosenheim zu 23 Prozent und Breitbrunn zu 28 Prozent.
Am 18. Januar sank der Gasspeicher Füllstand in Deutschland weiter auf 42,31 Prozent. Innerhalb eines Tages gingen die Speicher um 0,45 Prozent zurück, was etwa 1,12 Terawattstunden Gas entspricht. In besonders kalten Tagen der Vorwoche lag der tägliche Rückgang zeitweise sogar bei rund drei Terawattstunden.
Milder Winter verhindert bislang eine Gasmangellage
Trotz der sinkenden Speicherstände gilt eine akute Gasmangellage derzeit als unwahrscheinlich. Ein zentraler Grund dafür ist der milde Winter. Der Dezember war mit durchschnittlich plus 3,2 Grad vergleichsweise warm, wodurch der Gasverbrauch niedriger ausfiel als in einem strengen Winter.
Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland liegt derzeit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Vor Beginn der Heizsaison waren die Speicher noch deutlich besser gefüllt, auch wenn Experten bereits vor möglichen Engpässen bei einem harten Winter warnten. Eine Einordnung der damaligen Speicherlage finden Sie hier.
Nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern hätten bei extrem kalten Temperaturen ab Mitte Januar rechnerisch Unterdeckungen auftreten können. Wären die Temperaturen bereits im Dezember stark gefallen, hätte die Ausgangsbasis mit deutlich niedrigeren Speicherständen für Probleme sorgen können. Ob beim nächsten Update eine vollständige Entwarnung möglich ist, hängt von den weiteren Wetterverläufen ab.
Importe und LNG stabilisieren den Gasspeicher Füllstand in Deutschland
Auch aus dem Bundeswirtschaftsministerium kommen derzeit beruhigende Signale. Händler speichern aktuell nicht nur aus, sondern auch ein, wodurch die Versorgungslage insgesamt als stabil eingeschätzt wird. Im europäischen Vergleich liegt der Gasspeicher Füllstand in Deutschland im Mittelfeld. Die europäischen Speicher sind insgesamt zu über 58 Prozent gefüllt. Die aktuellen Daten veröffentlicht die Bundesnetzagentur auf ihrer Übersichtsseite zum Speicherfüllstand.
Deutschland importiert derzeit täglich rund 3,3 Terawattstunden Gas, davon etwa 1,3 Terawattstunden aus Norwegen. Rund 15 Prozent der Importe kommen über LNG-Terminals. Gleichzeitig werden etwa 0,8 Terawattstunden pro Tag in Nachbarländer exportiert. Die zusätzlichen LNG-Importmöglichkeiten gelten als wichtiger Sicherheitsfaktor.
Kritische Schwelle bleibt bei 20 Prozent
Kritisch wird die Lage ab einem Gasspeicher Füllstand in Deutschland von 20 Prozent. Dann würde die Gasmangellage greifen, bei der große Verbraucher wie Industrieanlagen oder Schwimmbäder vom Netz genommen werden können. Derzeit bleibt Deutschland dank milder Temperaturen und laufender Importe knapp über dieser Schwelle.
Der Verband der Gasspeicherbetreiber weist jedoch darauf hin, dass die Speicherstände historisch niedrig sind. Bei anhaltend kaltem Wetter könnten zunächst starke Preissteigerungen am Großhandelsmarkt auftreten. Bis ins Frühjahr bleibt der Gasspeicher Füllstand in Deutschland daher ein sensibles Gleichgewicht, maßgeblich abhängig vom weiteren Verlauf des Winters.

Wie entwickeln sich Strom-, Gas- und Ölpreise aktuell weiter und welche Faktoren bestimmen den Markt in den kommenden Monaten? In unserem kostenlosen Webinar Energiemarktmonitoring geben wir am 5. Februar 2026 um 12 Uhr einen kompakten Überblick über die jüngsten Entwicklungen, ordnen Ursachen ein und zeigen, wie Unternehmen mit den bestehenden Unsicherheiten umgehen können.
Hier können Sie sich kostenlos anmelden: Webinar zu aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt





