Gasspeicher Füllstand in Deutschland: Rehden & Co. vor der Heizsaison

Fünf Wochen vor Beginn der Heizsaison stehen Deutschlands Gasspeicher im Fokus. Trotz steigender Füllstände bleibt die Frage nach möglichen Engpässen im Winter aktuell. Der Gasspeicherverband Ines warnte im Juli, dass ein harter Winter zu Engpässen führen könnte, damals lag der Gasspeicher Füllstand noch bei 51 Prozent. Zum 18. August hat sich der Gesamtfüllstand deutlich verbessert und liegt nun bei rund 67 Prozent.

Die größten Speicher im Blick: Rehden und Co.

Die Mehrheit der Speicher ist bereits gut gefüllt: 30 der 47 Speicherstätten erreichen über 80 Prozent, nur sieben Speicher liegen unter 50 Prozent. Besonders interessant ist dabei der größte Speicher in Rehden, der technisch 18 Prozent der deutschen Speicherkapazität umfasst.

Rehden gehört zu den Porenspeichern, die sich langsamer befüllen lassen als Kavernenspeicher. Der Betreiber Sefe Storage konnte im August 3,9 TWh allokieren, etwa neun Prozent des Speichers. Trotz intensiver Bemühungen blieb ein Volumen von 37,3 TWh unvermerkt – ein Hinweis darauf, dass der Gasspeicher Füllstand regional unterschiedlich sein kann.

Gesetzliche Vorgaben sorgen für Sicherheit

Im März verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gasspeicher-Füllstandsgesetz. Nach der inzwischen erneuerten Verordnung müssen Betreiber von Gasspeichern bestimmte Füllstandsvorgaben einhalten:

  • Zum 1. Oktober: 80 Prozent
  • Zum 1. Dezember: 90 Prozent

Damit wird der Gasspeicher Füllstand rechtlich verbindlich geregelt und die Versorgungssicherheit gestärkt.  Warum es damals zur neuen Gasspeicherverordnung kam, erfahren Sie hier.

Spitzenreiter und Nachzügler unter den Speichern

Auch die anderen großen Speicher wie Epe, Etzel und Breitbrunn zeigen starke Werte. Epe weist bereits einen Gasspeicher Füllstand von 95 Prozent auf, während Rehden, Etzel und Breitbrunn noch zulegen müssen, um die Vorgaben zu erfüllen. Insgesamt liegt der kombinierte Gasspeicher Füllstand von Poren- und Kavernenspeichern knapp bei 65 Prozent der Gesamtkapazität.

Technische und marktliche Herausforderungen

Der Verband Ines geht davon aus, dass alle marktwirtschaftlich gebuchten Kapazitäten gefüllt werden. Ein Blick auf den aktuellen Gesamtfüllstand von fast 70 Prozent zeigt, dass die Versorgung technisch gesichert ist. Dennoch bleibt die Vermarktung angespannt, wie das Beispiel Rehden verdeutlicht: Sollten die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden, könnte die Bundesregierung über Trading Hub Europe (THE) eingreifen.

Blick nach vorne: Kosten und Versorgungssicherheit

Ab Oktober wird die Konvertierungsumlage von 18 Cent pro Megawattstunde eingeführt. Das verteuert die Speicherbefüllung und verringert Anreize für weitere Investitionen. Dennoch: Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland bleibt stabil, und die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet.

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