Die KWKG-Umlage gehört zu den zentralen Preisbestandteilen im deutschen Stromsystem und sie rückt 2026 besonders in den Fokus. Denn die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben für das kommende Jahr eine deutliche Erhöhung der KWKG-Umlage bekanntgegeben.
Was ist die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und welche Rolle spielt sie 2026?
Die KWKG-Umlage dient der Finanzierung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie dem Ausbau von Wärme- und Kältenetzen und Speichern. Diese Technik gilt als wichtiger Baustein für eine effiziente und klimafreundliche Energieversorgung.
Im Jahr 2026 steigt die Umlage auf 0,446 Cent/kWh, nachdem sie 2025 noch bei 0,277 Cent/kWh lag. Das entspricht einem Zuwachs von rund 61 Prozent und ist damit der stärkste Anstieg unter allen netzentgeltbasierten Umlagen.
Warum die KWKG-Umlage 2026 so stark ansteigt
Für den deutlichen Sprung nennen die Übertragungsnetzbetreiber mehrere Gründe:
- Zu niedrig angesetzte Bemessungsgrundlage im Vorjahr
Im Abschlussbericht für 2025 wurde ein deutlicher Fehlbetrag ausgewiesen, der nun nachgeholt werden muss. Die KWKG-Umlage kompensiert diese Unterdeckung im kommenden Jahr. - Höhere Fördervolumina für Wärmenetze und Speicher
Es wird erwartet, dass 2026 mehr Mittel für KWK-Anlagen sowie Wärme- und Speicherprojekte benötigt werden.
Damit steht fest: Die KWKG-Umlage steigt nicht wegen kurzfristiger Preisschwankungen, sondern aufgrund struktureller Entwicklungen im Förderrahmen.
Wie stark sind Verbraucher und Wärmepumpenbesitzer betroffen?
Für Haushalte ergeben sich trotz der Erhöhung nur geringe zusätzliche Kosten. Ein städtischer Musterhaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt durch die Anpassungen aller Umlagen insgesamt etwas über 12 Euro mehr im Jahr.
Auch für Wärmepumpenhaushalte ist die Belastung überschaubar, rund 22 Euro pro Jahr. Zwar ist die KWKG-Umlage ein relevanter Preistreiber, doch gleichzeitig sinken 2026 die Stromnetzentgelte, weil der Bund die Übertragungsnetzentgelte mit 6,5 Mrd. Euro bezuschusst.
Mehr Hintergründe zu den geplanten Netzentgelten 2026 finden Sie in unserem Blogbeitrag.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Unternehmen spüren die KWKG-Umlage 2026 ebenfalls deutlicher, besonders wenn sie nicht unter ein Privileg oder eine Entlastungsregel fallen. Sie ist ein nicht beeinflussbarer Bestandteil des Strompreises und wirkt sich direkt auf die Energiekosten aus.
Allerdings bestehen mehrere Entlastungsmöglichkeiten:
- Besondere Ausgleichsregelung nach EnFG
Energieintensive Betriebe können die KWKG-Umlage auf nur 15 % reduzieren lassen. - Weitere Reduktionsmechanismen nach §19 StromNEV
Je nach Verbrauch oder Stromkostenquote kann auch der Aufschlag für besondere Netznutzung deutlich sinken.
Trotz dieser Optionen bleibt die KWKG-Umlage ein spürbarer Kostenfaktor, insbesondere da sie zusammen mit Offshore- und §19-Umlage einen erheblichen Anteil der regulierten Preisbestandteile ausmacht.





