LNG-Importe: Deutschlands Gasversorgung 2025 im Wandel

LNG-Importe haben 2025 deutlich zugelegt und spielen mittlerweile eine immer wichtigere Rolle in der deutschen Gasversorgung. Laut vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur entfielen rund 106 Terawattstunden (TWh) Erdgas auf die LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Mukran, das ist mehr als zehn Prozent der insgesamt 1.031 TWh importierten Erdgasmenge. Im Vergleich zum Vorjahr, als es nur acht Prozent waren, zeigt sich damit ein deutlicher Anstieg.

Die LNG-Importe aus den USA dominierten 2025 die Lieferungen nach Deutschland. Rund 96 Prozent aller LNG-Importe stammten aus den Vereinigten Staaten, ein Plus von über 60 Prozent gegenüber 2024. Dies unterstreicht die wachsende Abhängigkeit Deutschlands von US-Flüssiggas, das überwiegend aus Fracking-Gas besteht. Die Kosten für diese Importe stiegen im gleichen Zeitraum von 1,9 auf rund 3,2 Milliarden US-Dollar.

Terminalauslastung und Betreiber

Die Betreiber der deutschen LNG-Terminals zeigten sich mit der Nutzung ihrer Infrastruktur zufrieden. DET, Betreiber der Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel, erreichte 2025 eine Auslastung von rund 65 Prozent – zehn Prozentpunkte über dem europäischen Mittel. Die drei schwimmenden Terminals (FSRU) speisten insgesamt 79 TWh ins Gasnetz ein, was rund ein Drittel mehr war als 2024.

Auch der private Betreiber Deutsche Regas meldete positive Zahlen: Das Terminal Deutsche Ostsee bei Mukran speiste 2025 insgesamt 26,5 TWh Erdgas ins Netz ein. Trotz einiger juristischer Rückschläge konnte das Terminal sich zu einem wichtigen Einspeisepunkt entwickeln, insbesondere im Dezember mit 4,24 TWh monatlicher Einspeisung.

Ausblick auf 2026: Mehr LNG-Importe und neue Projekte

Für das laufende Jahr 2026 erwarten Marktteilnehmer weiter steigende LNG-Importe nach Deutschland. DET treibt das Terminalprojekt in Stade voran, eine Inbetriebnahme der schwimmenden Einheit wird jedoch erst im zweiten Quartal 2026 erwartet. Verzögerungen gibt es zudem beim landbasierten Terminal.

Die steigenden LNG-Importe könnten die Versorgungssicherheit verbessern, da sie Pipelineausfälle aus Russland teilweise kompensieren. Experten sehen aber weiterhin Risiken: Die Struktur der Lieferverträge für LNG unterscheidet sich grundlegend von den bisherigen langfristigen Pipelineverträgen. Vor allem in Zeiten extremer Kälte bleibt die Versorgung eng, was kurzfristig die Preise steigen lassen könnte. Langfristig rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) mit einer wachsenden globalen LNG-Kapazität, insbesondere aus den USA und Katar, die die Gaspreise langfristig stabilisieren könnte.

Darüber hinaus wird in Deutschland weiterhin über den Aufbau einer strategischen Gasreserve diskutiert. Eine solche Reserve könnte die Versorgung in Notfällen zusätzlich absichern und ergänzend zu den LNG-Importen für mehr Flexibilität sorgen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu diesem Thema.

Kritik und Debatten um LNG-Importe

Trotz der positiven Zahlen gibt es Kritik an der Abhängigkeit von US-LNG. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert einen Stopp des Terminal-Ausbaus und warnt vor der energiepolitischen Abhängigkeit von US-Fracking-Gas. Aus Sicht der Betreiber ist die Existenz der LNG-Terminals hingegen eine „Lebensversicherung“ für den Markt, da sie die Gaspreise stabilisieren und Versorgungslücken flexibel abfangen können.

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