Steigende Energiekosten:
Gasumlage ab Herbst 2022 geplant

Der Rettungsschirm für den angeschlagenen Gaskonzern Uniper ist bewilligt. Nun hat Bundeskanzler Olaf Scholz eine Gasumlage ab dem Herbst diesen Jahres angekündigt. Damit werden für alle Kunden die Gaskosten steigen. Dies gilt für Unternehmen wie auch für Privathaushalte. Die geplante Einführung der Umlage ist für den 1. Oktober oder auch schon für den 1. September vorgesehen.

 

Warum wird eine Gasumlage eingeführt?

Energieversorger stehen auf Grund des anhaltenden Ukraine-Krieges und der verminderten Gaslieferungen aus Russland durch die starken Preissteigerungen beim Einkauf vor enormen Herausforderungen. Mit der Novelle des Energiesicherungsgesetzes (EnSiG) hat die Bundesregierung Anfang Juli 2022 viele Möglichkeiten geschaffen, um Pleiten von systemrelevanten Unternehmen zu verhindern.

Mit der Einführung der Gasumlage soll verhindert werden, dass einzelne Versorger, wie beispielsweise Uniper, ausfallen, was einen Zusammenbruch der Energieversorgung zur Folge haben könnte. Ab Herbst sollen die Energieversorger ihre stark gestiegenen Gaspreise wegen der Drosselung russischer Lieferungen an Gasverbraucher weitergeben dürfen.

Steigende Energiekosten: Wie funktioniert die Umlage?

Mit der Gasumlage sollen Versorger ihre Preissteigerungen an die Endkunden weitergeben können. Durch die Umlage wird die Erhöhung auf alle Endkunden verteilt. Somit kommt auf Unternehmen wie auch Privatverbraucher eine Steigerung der Gaspreise zu.

Die Umlage sei zum 1. Oktober oder möglicherweise auch schon zum 1. September geplant. Sie könne zu einer Erhöhung der Gaspreise um 2 Cent pro Kilowattstunde führen. Generell sei geplant, dass Importeure 90 Prozent der höheren Beschaffungskosten über die Umlage weitergeben können.

Ein Umlagesystem gab es auch schon bei der inzwischen abgeschafften EEG-Umlage. Mit der Gasumlage wird ein Preissignal an Verbraucher gesendet, dass sich Energiesparen lohnt. Aktuell arbeitet die Bundesregierung an einer Verordnung für die Einführung der Gasumlage.

 

Gasumlage – gesetzliche Grundlage muss noch geschaffen werden

Die Bundesregierung greift auf das sogenannte saldierte Preisanpassungsrecht des EnSiG-Paragrafen 26 zurück. Der Paragraf besagt, dass die Mehrkosten einer Ersatzbeschaffung infolge von verminderter Gasimporte gleichmäßig auf alle Gaskunden verteilt werden kann. Dabei funktioniert die Umlage ähnlich wie bei der bereits abgeschafften EEG-Umlage.

Im Gegensatz dazu gibt es die Preisanpassungsklausel im Paragraph 24 des EnSiG. Hierbei haben die Gaslieferanten das Recht ihre preise kurzfristig zu erhöhen. Trotz Ausrufung der Gas-Alarmstufe des Notfallplan Gas wurde bislang auf das in Kraft setzen des Paragraphen 24 verzichtet. Die Verordnung zur Erhebung der Gasumlage muss noch von der Bundesregierung erarbeitet werden.

 

Entlastungen für Verbraucher wurden angekündigt

Im gleichen Zuge kündigte Bundeskanzler Scholz Entlastungen für die Verbraucher an. Hier stehen zahlreiche Entlastungen für Privatkunden im Raum, wie die Wohngeldreform Anfang 2023 oder aber auch die Einführung des Bürgergeldes zum 1. Januar 2023.

Auch für Unternehmen, die wegen der Energiepreise in Schwierigkeiten geraden sind, soll es zusätzliche Hilfen geben. Welche das sind, ist bislang aber noch offen.

Aber auch jetzt schon können energie- und handelsintensive Unternehmen Zuschüsse zu ihren gestiegenen Energiekosten beantragen. Zum 15.07.2022 ist das Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) gestartet. Davon profitieren können Unternehmen, deren Kosten für Gas und Strom sich in den Monaten Februar bis September 2022 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben. Antragsstellung ist hier bis zum 31.08.2022 möglich. Welche weiteren Voraussetzungen erfüllt werden müssen und wo der Antrag gestellt werden kann, erfahren Sie hier.

 

Energiesparen sei zudem ein wichtiger Schritt

Bundeswirtschaftsminister Habeck hatte am 21.07.2022 ein neues Maßnahmenpaket zum Energiesparen für den Winter angekündigt. Ziel ist es den Gasverbrauch zu senken und die Gasspeicher vor dem Winter gut zu befüllen. Die geplanten Energiesparmaßnahmen betreffen Unternehmen ebenso wie Privatverbraucher.

Unternehmen sollen per Verordnung zum Energiesparen verpflichtet werden. So sollen Räume, die nicht regelmäßig genutzt werden, wie etwa Flure, große Hallen, Foyers oder Technikräume, nicht mehr beheizt werden. Diese Maßnahme ist für sechs Monate vorgesehen.

Zudem soll über eine ausgedehnte Homeoffice-Möglichkeit für die Mitarbeiter nachgedacht werden. Dazu möchte das Ministerium mit den Sozialpartnern sprechen. Selbst verbindliche Betriebsferien zwischen Weihnachten und Neujahr seien hier denkbar, so dass die Büros in dieser Zeit nicht beheizt werden müssten.

Energiesparen können Unternehmen aber jetzt schon mit einfach umzusetzenden Maßnahmen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

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